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„ScheinBilder”

„Die letzte Bestimmung des Geldes ist Kunst.” (Ingrid Pitzer)

Hyn Rich und Frank Reich setzen das 1996 begonnen „ScheinBilder”-Projekt fort. Neben zahlreichen Exotischen Währungen, der D-Mark-Serie und längst vergangenen Noten aus der Euro-Zone durchleuchten die Künstler jetzt die Euro-Währung. Durch künstlerische (ver)Fälschung erhöht sich der pekuniäre Wert. Eine Spurensuche beginnt… 

Eine Serie der „ScheinBilder” wurde in die Kunstsammlungen der Nord LB und der Volksbank Frankfurt aufgenommen.

 

Die ScheinBilder entstanden durch Vorlagen der Original-Geldscheine in einem einfachen wie direkten fotografischen Verfahren. Bei den Arbeiten handelt es sich um Colorvergrösserungen in kleinster Auflage. Der Geldschein, ein Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens, der durch jede Hand geht. Wie kein anderes Ding wechselt er den Besitzer, ohne an Wert zu verlieren. So gehört er allen und doch keinem. Doch das Geld entrückt in einen virtuellen Raum. Durch Verwendung bargeldloser Zahlungsmöglichkeiten wird es nicht mehr greifbar, fühlbar, sinnlich erfahrbar. In dieser von numerischen Codes geprägten Gesellschaft wird Bargeld vielleicht schon bald nur noch in den Kisten und Kästen von Sammlern oder in Museen zu bewundern sein.Viele europäische Währungen sind in die Vergangenheit entrückt, um die europäische Wirtschafts- und Währungsunion zu vervollkommnen. Die ihr jeweiliges Codesystem definierende Gesellschaft repräsentiert sich im äußeren Erscheinen ihrer Währung. So gibt jeder Geldschein in seiner Eigenschaft als Zahlungsmittel auch Auskunft über die Identität einer Kultur. Fast könnte man sagen, er sei die Visitenkarte eines Landes. Abbilder von großen Ereignissen der Geschichte und Besonderheiten aus der Natur eines Landes sowie wichtige Personen und typische Bauwerke prägen die Scheinbilder, wie einst die Köpfe von Herrschern die von ihnen geprägten Münzen. Diese Gestaltung definiert den Wert, dient der Codierung, soll ihn unnachahmlich, fälschungssicher machen.

Um ein neues Währungssystem zu schaffen, das ein zusammenwachsendes Wirtschaftssystem im Inneren zusammenhält und nach außen repräsentiert, ist es notwendig, nationale Interessen zurückzustellen. Im Zuge der Euro-Einführung verringert sich die europäische Währungsvielfalt auf extreme Weise. Eine Währung bedeutet für einen Staat nationale Identität, die nunmehr nicht mehr nach außen getragen wird. Aus vielen, traditionsreichen Währungen wurde eine. Die Menschen, die mit der neuen Währung nun umgehen, lernen im Sinne eines europäischen Gemeinschaftsgedankens auch umzudenken, sich diese neue Identität anzueignen. - Die Zukunft fängt an im Jetzt, doch die Vergangenheit ist der Lehrer. Erinnern bedeutet bewußt zu sein und zu handeln. Um die alten Währungen nicht zu vergessen, bietet es sich an, jede spezifisch neu, auf künstlerischem Wege zu interpretieren und zu würdigen. Wie alles hat auch der Geldschein zwei Seiten. Durch seine Transparenz ist die Harmonie dieser beiden Oberflächen von gestalterischer Wichtigkeit. In der vorliegenden konzeptionellen Arbeit, die auf die gerative Fotografie Bezug nimmt, ist diese Transparenz ebenso von großer Bedeutung. Mit fotografischen Mitteln reduzieren die Künstler die zwei Ebenen zu einem Bild. Das führt zu einer neuen Ästhetik, die den Geldschein um so geheimnisvoller und malerischer erscheinen lässt. Durch die Umkehr der Farb- und Tonwerte entfremdet sich das Abbild vom Original und in Folge der Vergrösserung wird es aus seinem herkömmlichen Format erlöst, um auch die kleinen und verborgenen Details zu erschließen.

Die künstlerische Interpretation der „alten” europäischen Währungen kann die Einführung des Euro international begleiten. Dieses umfangreiche Kunstprojekt ist ein großes Vorhaben analog zu einem großen geschichtlichen Ereignis, entstanden aus dem großen europäischen Gedanken. Das Interesse der Künstler kennt keine Grenzen, das sich Erkennen im Anderen ist ein wichtiger Grundgedanke. Das resprektieren des Anderen ebenfalls. Und die Neugier auf das Fremde treibt sie an.
Hyn Rich/Frank Reich (November 2001) 

Aktueller Stand
Als in sich abgeschlossene Serie liegen 28 ScheinBilder als Original-c-41-Handabzüge vor. Die Edition setzt sich aus drei Bildgruppen zuammen:
1. eine komplette ScheinBilder-Serie der D-Mark-Noten
2. eine Auswahl europäischer ScheinBilder
3. eine Auswahl „exotischer” ScheinBilder ausländischer Währungen
4.komplette EURO-ScheinBilder-Serie (seit August 2007)

Ausstellungskonzept
Die „ScheinBilder” werden ausschließlich in Banken und Sparkassen gezeigt.

Ausstellungsdauer: ca.: 4 Wochen

Das Angebot der Exposition umfaxt:
> Bereitstellung hochwertig gerahmter „ScheinBilder” der D-Mark-Reihe, der Euro-Reihe und ausgewählter „Exoten” (insgesamt 18 Bilder)
> Bereitstellung eines Marketingpaketes zur Bewerbung der Ausstellung. Dieses beinhaltet:
- dreistufiges Pressemailing (Versand durch ausstellendes Institut offline/online)
- Einladungskarten
- Pressebilder
- Bewerbung auf Projektseite im Internet
- An- und Abtransport

Im Gegenzug erklärt sich das ausstellende Kreditinstitut bereit, eine Serie der „ScheinBilder” anzukaufen.

Diese beinhaltet:
„ScheinBild 5 Euro” - 410 mm x 210 mm, Handabzug, Passepartout, ungerahmt, signiert
„ScheinBild 10 Euro” - 435 mm x 225 mm, Handabzug, Passepartout, ungerahmt, signiert
„ScheinBild 20 Euro” - 460 mm x 240 mm, RA6-Handabzug, Passepartout, ungerahmt, signiert
„ScheinBild 50 Euro” - 565 mm x 260 mm, RA6-Handabzug, Passepartout, ungerahmt, signiert
„ScheinBild 100 Euro” - 510 mm x 280 mm, RA6-Handabzug Passepartout, ungerahmt, signiert
„ScheinBild 200 Euro” - 530 mm x 275 mm, RA6-Handabzug, Passepartout, ungerahmt, signiert
„ScheinBild 500 Euro” - 550 mm x 280 mm, RA6-Handabzug, Passepartout, ungerahmt, signiert

oder drei Einzelbilder à 900 Euro, Lambda-Prints aus der Exoten-Serie (limited Edition, signiert)zur Auswahl stehen:
Philipinas
10 HongKong Dollars
Belgische Francs
Banc of Ireland
50 Francs
Banque du Zaire
Ägypten
50 Gulden
20 Schilling
10 Australische Dollars
10000 Won Korea in Blau
10000 Won Korea in Rot
Sepuluh Ringitt Malaysia
2000 Escudos
50 Fin Mark
200 Kronen Dänemark

 

Weiterführendes Konzept
Geplant ist die Vergrösserung der Serie zu einer vollständigen Edition aller mittlerweile historischen europäischen Währungen. Die Weiterführung der Arbeit widmet sich der neuen europäischen Währung, dem Euro, und interpretiert das neue Geld künstlerisch in Anlehnung an die bereits entstandenen ScheinBilder. Die Euro-Noten werden als überdimensionale Fotografien präsentiert. Als Originale sollen keine Farbprints entstehen, sondern der Bedeutung der neuen Währung entsprechend eine moderne Präsentationsform gewählt werden: Die Bilder werden als überdimensionale Leuchtdisplays im Raum installiert. Durch ein spezielles technisches Verfahren leuchten die Scheinbilder aus sich heraus und wirken als illuminierte ScheinBild-Fläche. Für die Realisierung dieses Konzeptes werden jetzt Partner gesucht, die diese Bilder für eigene Ausstellungszwecke erwerben oder im Rahmen einer Ausstellung präsentieren wollen.