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Kategorie 'Texte'
Saturday, den 3. February 2007
„Die Bilder verstellen die Welt, die sie vorstellen sollen. Wenn Bilder … das vorrangige Medium zwischen Mensch und Welt sind, dann wird es lebensnotwendig, sie zu kritisieren, um den von ihnen verstellten Weg zur Welt zu säubern."
(Vilém Flusser, 5. Bielefelder Syposium über Fotografie im November 1984; aus: „Lob der Oberflächlichkeit", Bollmann-Verlag, 1993, S. 92)
Ich nenne […]
Monday, den 4. January 1999
Ich hasse alle Computer, alle Bits und Bites. Sie rauben mir die wertvolle Lebenszeit. Glotz, in dieses blaue Nichts, das mich belügt. Es macht mich glauben, mir zu helfen, Dinge zu tun, die ich ohne es nicht tun könnte. Doch die blauen Wolken ziehen davon, ohne daß ich sie mehr eines Blickes würdige. Verlust an […]
Friday, den 27. November 1998
Leer.
Liebseleer.
Lieblos leer.
Leere Lieblosigkeit.
Außerhalb.
Leeres Herz läuft über.
Über sich.
Traut nicht sich.
Nicht mehr mutig ohne Licht.
Innerhalb.
Leeres Glas.
Übervoller Sinnlosigkeit.
Klargebrannt, den Verstand.
Durch sich.
Durchsichtig.
(27.11.1998)
Monday, den 23. November 1998
Schnell, Bewegt Euch!
Schnell durchlesen, den Text! Auf dem Klo! Schnell wieder vergessen! Kurze Sätze. Schnell und leicht erfaßbar. BILD macht’s auch so. Läßt sich schneller begreifen, was los ist. Schon ein Komma zuviel. Keine Nebensätze. Kosten Zeit. Verben weg. Kurz und knapp, weil ihr weiter müßt.
Lähmender Stillstand im Wahnsinn immer schnellerer Bewegungen. Rauschhaftes jagen durch die Zeit. […]
Friday, den 20. February 1998
Überall Bilder! Ich kann sie nicht mehr sehen, weder meine eigenen Bilder, noch die der anderen.
Wozu gibt es so viele Bilder?
Wir ersaufen in der Masse. Massenweise Müll, massenweise Elend.
Massen toter Seelen, deren Augen nach Massen von Bildern gieren ohne sie sehen zu wollen.
(20.2.1998)
Friday, den 20. February 1998
Es scheint, als wäre dieser Frühling der letzte.
Wie jedes Jahr.
Mutierte Pflanzen jagen ihre geilen Triebe in’s Sein.
Viel zu früh.
Von vorn.
Alles wächst.
Nichts ahnend.
Ankündigung eines finalen Exzesses.
Sucht zu werden ohne Sinn.
Allein zu sein.
Scheinbar unendlich.
Ich bin allergisch.
Das trügerische Blau macht mich wahnsinnig.
Die Sonne strahlt.
Strahle, strahle, reaktiv.
Es scheint, als wäre dieser Frühling der erste Letzte.
Wie immer.
Tolle Typen werden geil.
Reißen […]
Saturday, den 14. February 1998
Fleisch schlägt gegen die pulsierende Faser
Gebrochen
Zertrümmerter Fels aus Liebe
zerstückelt
viele kleine glitschige Gedanken rollen dahin
reihen sich ziellos ein (14.2.1998)
Thursday, den 8. January 1998
Siehst du das lustvolle L auf dich zukrabbeln? Es hat ein geiles O auf seine spitzen Serifen gespießt, um das mit ihm eng verwachsene V und das bummelletzte E hintersichherzuzerren. Mühsam, kraftlos, leer. Sie haben Angst, aufgebrüht und weich gemacht zu werden. Die vier Gestalten sind in letzter Minute aus einem Beutel Buchstabennudeln entkommen, der […]
Tuesday, den 11. November 1997
Nachts 2 Uhr. Ruhe. Zeit zum Abschalten
Gedanken wirbeln wild.
Aufräumen, etwas Ordnung schaffen in der Wohnung und im Kopf. Suche nach Klarheit. Äußere Ordnung wird zur Sucht. Ordnung in den vier Wänden impliziert Ordnung im Quadratschädel. Geordneter Terminkalender. Ich will auf alles Vorbereitet sein. Furchtbar. Angst, durcheinanderzukommen. Selbstverantwortlich. Sich selbst gegenüber verpflichtet sein. Doch das Selbst […]
Saturday, den 18. October 1997
Vor der Party. Unbekannte Leute erwarten uns. Kamera im Gepäck. Aus welcher Entfernung nehme ich an dem Fest teil? Mitfeiern erfordert Distanzlosigkeit. Beobachten, Fotografieren erfordert Abstand. (Schötmar, 18. Oktober 1997, 21.06 Uhr)
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